KIDS, LIVING
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Von Junggemüse, Hochbeeten & Nacktschnecken

Junggemüse

…oder die Geschichte unseres Frühlingsprojekts, das etwas aus dem Ruder lief!

Habt ihr schon meinen Post zum Adamah Jungpflanzenmarkt gelesen? Nein, dann hüpft doch mal schnell rüber, der ist nämlich der „starting point“ dieser Geschichte über unser Frühlingsprojekt.

Ich weiß nicht, kennt ihr das? Wir hier brauchen immer ein Projekt – Babyprojekt, Hausbauprojekt, Gartenprojekt, Blogprojekt 😉 und im Frühling regelmäßig ein wiederkehrendes Projekt, das eigene Gemüsebeet. Ich weiß auch nicht genau, warum wir uns bzw. eher ich mir (der Druck geht hier immer von der weiblichen Seite aus) diese Projekte in den Kopf setze. Es ist nämlich nicht so, dass wir hier unterbeschäftigt wären mit drei (Klein-)Kindern, Haus & Garten, Job vom Mann und Job von der Frau, aber so bin ich nun mal – immer umtriebig und am Ende meistens glücklich. Der Mann hat das mittlerweile akzeptiert und setzt begeistert mit um 😉

Ich denke, die Sache mit dem Gemüsebeet die sitzt tief in mir drinnen. Achtung jetzt wird es sentimental. Meine Oma & mein Opa waren auch passionierte Gemüsegärtner & -verwerter. Diese Liebe zum selbstgezogenen Gemüse und die Erinnerung an die im Schweiße ihres Angesichts selbst hergestellte Tomatensoße der Oma im Sommer, lassen bei mir immer so ein warmes Gefühl im Bauch entstehen. Genau dieses warme Gefühl möchte ich auch an unsere Kinder weitergeben, auch wenn das Talent dafür nicht immer so wie bei der Oma ausgeprägt ist. Aber wie heißt es so schön, der gute Wille zählt.

Deshalb ziehen wir hier unsere Gemüse-Jungpflänzchen nicht mehr selbst aus den Samen. Hab ich auch schon gemacht, bin aber am Ende immer kläglich enttäuscht worden. Jedes Mal, wenn die Pflänzchen dann nach draußen ins Beet sollten, sind sie kurz davor aus nicht erklärbaren Gründen eingegangen. Da ist die Enttäuschung dann groß, wenn man die Pflänzchen über Wochen hinweg gießt und pflegt und sie kurz vor dem Zieleinlauf schlapp machen.

Meine Erkenntnis, Gemüse-Jungpflänzchen beim Gemüse-Jungpflänzchen Anbieter des Vertrauens zukaufen. Bewährt hat sich da, wie an anderer Stelle bereits berichtet, der Adamah BioHof und im vergangenen Jahr auch der Biotiger aus Neusiedl am See. Der hat auch ganz tolle Chutneys mit Chili und so – man muss ja wirklich nicht alles selber machen.

Pflänzchen also am Adamah BioHof besorgt. Nur das Wetter wollte dieses Jahr bei uns so gar nicht mitspielen. Da gab es im April dann sogar noch einmal Schnee und bis in den Mai hinein Minusgrade in der Nacht. Wie Kenner wissen, verträgt sich das nicht allzu gut mit Gemüsejungpflänzchen im Freiland. Also mussten unsere Jungpflänzchen warten und warten und warten, im wieder viel zu warmen Wirtschaftsraum, nachdem wir keine Garage oder ähnliches haben und es den Pflänzchen draußen einfach noch zu kalt gewesen wäre. Zuviel Indoor-Wärme mögen diese Gemüsejungpflanzen aber anscheinend auch nicht, denn während der langen Wartephase hatten wir mit einigen Verlusten zu kämpfen. Die Basilikumpflänzchen verabschiedeten sich als erste. Das sind aber auch empfindliche Prinzessinnen. Das Basilikum geht mir nämlich regelmäßig ein. Blöd nur, wenn es das Würzkraut Nummer eins im Sommer ist. Aber auch die Paprikapflänzchen gaben bald ihren Geist auf.

Also nochmals Pflänzchen nachkaufen. Dieses Mal beim Biotiger am Markt der Erde in Parndorf. Und was soll ich euch sagen, dann waren sie endlich bereit unsere Gemüsejungpflänzchen raus ins Freie zu ziehen und dem Salat, der schon seit einigen Wochen draußen in den neuen Hochbeeten die Stellung hielt, Gesellschaft zu leisten.

Ja, warum nun Hochbeete. Hochbeete haben wir seit vergangenem Herbst neu. Nach dem Hausbau vor drei Jahren, hatten wir voller Elan sofort Gemüsebeete im hinteren Teil unseres Gartens angelegt. Wie sich allerdings zeigte, fanden das auch die Schnecken toll und fraßen uns Unmengen unseres Gemüses regelmäßig ab. Wir waren also Dauergäste hier bei uns im nahe gelegenen Gartenmarkt, um biologisches Schneckenkorn zu besorgen und in den Beeten zu verteilen. War wirklich mühsam, erstens wurden nicht alle Schnecken abgehalten und die grünlich-blauen Schneckenkornkugeln, auch wenn biologisch, vom Gemüse vor dem Verzehr zu entfernen, war auch sehr zeitaufwendig.

Also fiel dann im vergangenen Herbst der Entschluss, nachdem wir uns aus Zeitmangel auch für eine vom Professionalisten eingebaute Bewässerungsanlage entschieden hatten, gleich auch Hochbeete aufstellen zu lassen. Und ja, die sind ziemlich kostspielig, aber wir wollen einfach auch in Zukunft unser Gemüse selbst anbauen, es nicht von den Schnecken wegfressen lassen und unseren Rücken schonen. Spricht also einiges für die Hochbeete. Außerdem haben wir die Hochbeete jetzt auch gleich nahe am Haus aufbauen lassen, weil sich der Weg durch den ganzen Garten zu den Gemüsebeeten in der letzten Ecke nicht als praktisch herausgestellt hat.

Jetzt kommt endlich der angenehme Teil. Naja eigentlich auch nicht, weil der angenehmste Teil beim selbst angebauten Gemüse, ist am Schluss der Verzehr. Die Kinder fanden es trotzdem toll, das Gemüse endlich einzusetzen, mit Stützen abzusichern und die Pflanzstäbchen zu schnitzen bzw. zu beschriften. Alle drei waren mit Eifer dabei.

Mathilda half beim Einsetzen der Jungpflänzchen, festbinden der Tomaten an den Spiralstangen (Tomatenpflanzen sollten daran eigentlich ohne anbinden halten, klappte bei uns allerdings nicht) und Beschriften der Pflanzenschilder.

Caspar konnte endlich sein Schnitzmesser zum Einsatz bringen und aus diversen Stöcken (da haben wir einige aufgrund der Sammelleidenschaft des Sohnes auf Vorrat) Pflanzen-Beschriftungs-Stäbchen schnitzen und Alma machte die Scheibtruhe bzw. die Hochbeete unsicher. Weil sie noch nicht groß genug ist, um über den Rand der Gemüsebeete zu reichen, holte sie sich kurzerhand einen Hocker und stellte sich darauf, um die ganze Situation zu überwachen.

 

 

Am Ende hatten wir 3 angelegte Gemüsehochbeete mit Salat, Tomaten, Zucchini, Gurken und Chilipflänzchen, die nun automatisch von der Tröpfchenanlage bewässert werden und aufgrund der Pflanzenstäbchen auch noch nett aussehen. Nun heißt es eigentlich nur mehr abwarten bis die Arbeit Früchte oder besser Gemüse trägt. Salat haben wir schon geerntet. Das geht ziemlich flott und der schmeckt einfach wunderbar so frisch aus dem Garten. Ernten können wir so viel, dass wir sogar die Großeltern mitversorgen.

Noch ein letzter Punkt zu den so gefürchteten Nacktschnecken. Wie man am Bild sieht, haben sich einzelne Exemplare trotz Hochbeet auch wieder in den Salat verirrt. Der Mann machte kurzen Prozess, sammelte das vorhandene Schneckengetier im Hochbeet ein und brachte ein Kupferband rund um das Holzhochbeet an. Wir werden sehen, ob es hilft die Schnecken abzuhalten. Bericht folgt.

Was wir dann alles aus dem selbst angebauten Gemüse herstellen, könnt ihr auf Instagram, Facebook und hier am Blog verfolgen. Bald können wir schon die ersten Erdbeeren ernten, die wir im Naschgarten bei Gartenanlage eingepflanzt haben. Ich denke, da wird es dann auch einen Beitrag zur selbstgemachten Marmelade geben. Was meint ihr, seid ihr dabei?

 

2 Kommentare

  1. Tina sagt

    Die Idee mit den Stöckchen zur Beschriftung finde ich toll. Wir haben auch Gemüsebeete seit vorigem Jahr und ich Kämpfe noch, vor allem mit dem Salat. Der wächst schneller als wir essen und dann wächst er mir hoch. Ich muss da glaube ich noch mehr dazu lernen.

    • Der Salat wächst bei uns auch immer wieder aus – ich versuche dann immer möglichst viel an Großeltern, Freunde & Kollegen weiter zu geben. Die freuen sich! Dann einfach wieder frischen anpflanzen…ich bin aber auch noch keine Gartenexpertin…trial & error 😉 LG, Olivia

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