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DIY Insektenhotel für die puristische Biene, unser Adoptivkind und Gedanken-Hochschaubahn

DIY Insektenhotel

So schön war es noch nie, so anstrengend und mühsam auch nicht!

Ich schreibe diesen Text. Vor der Tür unseres Multiraums ein Schrei-Duell. Eines vieler Schrei-Duelle in den vergangenen Wochen. „Machtkampf“, fehlende Routinen, zu wenig Bewegung und Austausch mit Gleichaltrigen.

„Mama, darf ich heute in den Kindergarten? Ich vermisse meine Freunde so sehr!“ – eine Vierjährige, der man eine Situation zu erklären versucht, die man nicht wirklich erklären kann.

Dann gemeinsam auf der neu gebastelten Sitzbank vor dem Lagerfeuer sitzen. Lounge Musik läuft, die vegetarischen Würstel sind knusprig, die Gurkenlimo und das alkoholfrei Bier eiskalt. Harmonie, wenn auch nur für den Moment.

DIY Insektenhotel Clematis

Dornröschen Clematis

Gedanken-Hochschaubahn

Meine Gedanken, die mich meist so in einer Sturmflut überkommen, packe ich in ein Instagram Posting. Ich bekomme ganz viel Resonanz von anderen Mamas. Alle hadern mit ähnlichen Sorgen. Das hilft, für den Moment. Nicht allein zu sein, wenn man allein sein muss. Mit dem Bewusstsein, „Social distancing“ wird auch die kommenden Monate in der einen oder anderen Form prägen.

 

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Wahrscheinlich werden wir uns irgendwann gewöhnen, an die Masken, die dabei anlaufenden Brillen, dieses automatische Verbrecher-Gefühl, nur wenn man mal zum frisch Luft tanken das Haus verlässt. Wann geht das „zahlt-sich-doch-nicht-aus-Gefühl“ endlich weg? Sich am Morgen zu überlegen, ob man den Pyjama ausziehen und Wimperntusche auftragen soll? Ich mach’s zumeist trotzdem, nur für mich!

Gleichzeitig haben wir noch nie so viel Zeit für Schönes gehabt. Wobei auch da meine Ideen zumeist erst einmal wenig Begeisterung hervorrufen. Beim Insektenhotel, auch der Fall. Es reicht nicht, Sammlungen von Collagen mit Gartenideen via WhatsApp an den Mann zu schicken. Da muss ich schon nachfragen, oder eher nachbohren und beim Auslüften anfangen jede Menge Füllmaterial für das Gartenprojekt zu sammeln. Irgendwann haben wir dann so viel Treibholz, getrocknete Blumenstände und Holzwolle auf der Terrasse liegen, dass es Anstoß genug ist, um mit dem Basteln zu starten.

DIY-Insektenhotel für Puristen

DIY Insektenhotel schlicht

Meine Idee, einfach Metallrasenkanten zu verwenden und in sich zu Ringen bzw. einem ovalem Rahmen zu formen und (überlappend) zu verschrauben.

Was du nebst Rasenkante noch alles brauchst:

  • 1 Metallrasenkante pro Insektenhotel
  • Metallschrauben
  • 1 cm starke Fichtenholzplatte (Fläche so groß wie die Rasenkantenrahmen-Fläche)
  • Füllmaterial – (Treib-)Holz, Bambusstäbe, Stöcke/ Äste/ Zweige, Getrocknete Pflanzenstände
  • Holzwolle, Moos, getrocknete Gräser, Stroh
  • 2 Metallwinkel zur Stabilisation
  • 1 Metallwinkel zur Aufhängung
  • Schrauben

Hier geht es zur Mini-Bauanleitung zum Ausdrucken.

DIY Insektenhotel puristisch

DIY Insektenhotel bauen

So wird es gemacht:

  • Metallrasenkante (mehr oder weniger stark) überlappend mit Metallschrauben fixieren.
  • Metallrahmen auf die Fichtenholzplatte legen und mit einem Bleistift Innenfläche auf die Holzplatte abpausen. Mit einer Stichsäge oder einer Laubsäge ausschneiden.
  • Holzplatte ihm Rahmen verspreizen und mit 2 Metallwinkel an den Seiten verschrauben – siehe auch Skizze!
  • Füllmaterial auf die Tiefe des Rahmens zuschneiden und in die Äste/Treibholz mit stärkerem Durchmesser Schlupflöcher für Insekten bohren.
  • Rasenkantenrahmen hinten mit einer Schicht Holzwolle bedecken und Füllmaterial „einschlichten“/im Rahmen verteilen. Nach und nach wird der Rahmen durch das Füllmaterial stabiler.
  • Zur finalen Stabilisierung des Füllmaterials von der Rückseite die Holzplatte mit den stärkeren Ästen verschrauben.
  • Etwaige Löcher mit Holzwolle und getrockneten Blütenständen ausfüllen.
  • Insektenhotel mit Hilfe eines Metallwinkels an den Zaun, Holzfassade oder ein Gartenhaus hängen.

 

Verstopfte Insektenhotel Poren

Bei uns waren bereits nach einigen Tagen die gebohrten Löcher wie mit Lehm verschlossen. Ich habe nachgelesen. Das bedeutet, dass von Insekten bereits Eier hineingelegt wurden. Mit höchster Wahrscheinlichkeit von der roten Mauerbiene oder der Lehmwespe. Außerdem herrscht rund um den Insektenhotel reges Insektentreiben. Das wiederum wird von den kleinen Insektenhotel-ArchitektInnen interessiert beobachtet.

DIY-Insektenhotel

Amsel-Adpotivkind

Genau wie eine junge Amsel, die uns seit einigen Tagen als Adoptivfamilie auserkoren hat. Zunächst dachten wir, sie sei aus dem Nest gefallen, weil sie aufgeregt hinter unseren Hochbeeten auf und ab flatterte, jedoch nicht davonfliegen konnte. Wir haben sie dann vorsichtig ohne Anzufassen mit einem Netzt hinter unseren Gartenzaun auf`s Feld und somit außerhalb unseres wilden Familiengeschehens gesetzt. Die Idee war, dass die Amseleltern das Amselkind so besser wieder annehmen könnten. Am nächsten Tag hüpfte die kleine Amsel allerdings wieder in unserem Garten umher. Sie schien somit keine Eltern mehr zu brauchen, sondern einfach den Streifen hinter unseren Hochbeeten als perfekten Regenwurmangelplatz ausgemacht zu haben.

Zwischendurch schrecken wir uns alle immer wieder. Mal sitzt sie gleich neben unserem Gartenschrank, dann schart die junge Amsel wieder emsig neben dem Trampolin im Rindenmulch nach Würmern. Es scheint ihr bei nuns, wie übrigens ganz vielen ausgewachsenen Amseln, zu gefallen. Da wird geflattert, gescharrt, mit dem Schnabel sondiert. Lustig, die freche Vogelschar zu beobachten. Unsere Futterringe aus dem Adventkalender der Kinder und das Ausstreuen von Vogelfutter bzw. ausreichend Wildbeerensträucher als Unterschlupf scheinen ein wahres Vogelparadies zu sein. Ausreichend Regenwürmer gibt’s bei uns auch. Man muss nur einmal mit der Schaufel in die Erde stechen und schon hat man eine Handvoll Regenwürmer entdeckt.

Ganz ehrlich, ich finde unser kleines Paradies vor der Haustür, das wir versucht haben, möglichst naturnah zu gestalten, richtig wunderbar. Und damit unser englischer Rasen im hinteren Gartenbereich noch natürlicher wird, haben wir jetzt jede Menge Wildblumensamen ausgebracht. Mal sehen, was neben vermeintlichen Unkräutern noch alles bis im Sommer zu wachsen und hoffentlich zu blühen beginnt.

Auf, ab. Und trotzdem kein Ende in Sicht!

So schön unser Garten auch immer sein mag, im Nacken sitzt trotzdem diese Ratlosigkeit. Wie geht’s nur weiter. Arbeiten, Kinder, Homeschooling, Haushalt, alte und neue Projekte, Anfragen von Kooperationspartnern,…aber keine System-relevante Tätigkeit. Weniger machen, effizienter arbeiten, nicht verzetteln mit Social Media, gar nichts mehr machen, weil ja nicht lebensnotwendig und der Job des Mannes System- und Haushaltseinkommen bestimmend.  Rechtfertigen, verteidigen, argumentieren, ein bisschen Zeit freischaufen. Ein Licht am Ende des Tunnels ist noch nicht sichtbar, auch wenn jetzt die Schulen nach und nach wieder öffenen. Bei drei Kindern wuselt ohne Pläne für eine Kindergartenöffnung für nicht-systemrelevante Berufsgruppen noch immer mindestens 1 kleiner Mensch zu Hause herum.


Dieser Beitrag enthält unbezahlte & nicht beauftragte Werbung!


Du magst das Insektenhotel unbedingt nachbauen, dann merke dir die Bastelanleitung doch auf einem deiner Pinterest Boards, indem du auf das Bild unterhalb klickst:


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2 Kommentare

  1. Ulli sagt

    Irgendwie fühlt sich das Insektenhotel diesmal nur wie der Begleittext an 😉 Das Wissen „nicht allein zu sein, wenn man allein sein muss“ ist schön und treffend formuliert und dein Text wie Balsam auf meiner Seele. Es ist bei allen Familien , auch den harmonischsten, gerade irgendwie gleich. Alle Schwanken zwischen „the time of our life“ und wie lang ertrage ich das noch . Gerade als Mama rafft man sich jeden Tag auf und überlegt sich tolle Sachen, und dann muss man noch die Kraft aufbringen die Familie zu ihrem Glück zu zwingen … täglich nervenraubend damit am Ende des Tages doch alle feststellen , das es schön war 🤣 Das Los der Mama….Diese Zeit verlangt uns doch viel ab, bei vielen eine völlige Neuorientierung , neue Prioritätensetzung und ein Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse um alles am Laufen zu halten … ich danke dir für deine Texte in denen du so tief blicken lässt, ich denke diese Offenheit und dazu dein positives Mindset ist das was wirklich einen Mehrwert für den Leser hat – für mich sind Beiträge wie deiner also auf jedenfalls systemrelevant 😉Alles Gute auch für die nächste Zeit!

    • Vielen Dank, liebe Ulli. Ich habe mich über dein Kommentar, heute in der Früh, als ich es gelesen habe, sehr gefreut und eine ordentliche Portion Motivation mit in den Tag genommen. Alles Liebe, Olivia

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