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Ein einfach köstlicher Muttertags-Erdbeer-Kuchen & das weniger einfache Leben der Mütter im Schatten… a bitter sweet harmony!

Muttertags-Erdbeer-Kuchen

Erdbeeren, Schokolade & Mascarpone oder Sehnsucht, Realität und die neuen Mama Gastarbeiterinnen

Zuerst wollte ich hier einfach nur mal eben das Rezept eines Lieblingskuchen posten, den es bei uns regelmäßig zur Erdbeer-Saison gibt. Nicht nur zum Muttertag übrigens.

Muttertags-Erdbeer-Kuchen_Muttertag backen

Muttertags-Erdbeer-Kuchen_Muttertag

Muttertags-Erdbeer-Kuchen_Rezept Erbeeren backen

Der Fels in der Brandung

Doch, wie so oft im Leben, kann man nicht planen. Auch nicht den Schlaganfall meines Schwiegervaters vor 7 Jahren, der ihn seither halbseitig gelähmt sein lässt und die Sprache genommen hat. Das ist furchtbar, das macht mich traurig. Ganz besonders, wenn ich den Opa so mit seinen Enkelkindern sehe. Ein Mann der immer felsenfest im Leben stand, den so viele mochten. Ein Mann, der sich von einem schreienden Baby (unserer Midi) & einem lebendigen Kleinkind (unserem Großer) in seinen 70igern nicht hat aus der Ruhe bringen lassen und stattdessen begann einen Marsch zu summen. Seine zwei großen Enkelkinder, die den Opa noch ganz gesund kennenlernen durften. Aber selbst davon möchte ich heute nicht erzählen.

Ein weißes Schaf unter vielen schwarzen

Heute geht es um eine der Frauen, die den Opa die letzten 4 Jahre zu Hause betreut hat. Die Frau, die jeweils für 2 Wochen ihr Zuhause in Bulgarien zurückgelassen hat, um einen alten Mann zu pflegen. Diese Mama, die sich alle 2 Wochen von ihren Kindern verabschieden musste, egal ob Weihnachten, Geburtstag oder Muttertag gefeiert wird, um Geld zu verdienen.

Wie in allen Berufen gibt es schwarze und weiße Schafe. Und ich sag´ euch, wir haben so manch „schwarzes Schaf“ miterlebt, vor allem meine Schwiegermutter hat sie miterlebt. Aber auch über diese „schwarzen Schafe“ schreibe ich hier heute nicht.

Monika, so heißt die Frau & Mama, die sich aufopfernd um meinen Schwiegervater gekümmert hat. Die ihn gewaschen  hat, die mit ihm jeden Tag spazieren war und ihm geduldig das Essen klein schnitt.

Ein dich fröstelndes Lächeln

Wenn ich bei den Schwiegereltern war, sind wir oft gegenüber voneinander an der Küchenzeile gelehnt. Sie hat mir ihren Alltag als 24-Stunden Pflegehilfe geschildert und ich hab sie nach ihren Kindern gefragt. Da purzelte dann so ein kurzes Lächeln über ihr Gesicht. Ein Lächeln, das mich jedes Mal sehr traurig gemacht hat.

Wie muss es sein, seine eigenen Kinder alle zwei Woche, zwei Wochen lang nicht zu sehen. Wie muss es sein, sich alle zwei Wochen zu verabschieden. Wie musste es sein, zwei Wochen lang nur zu telefonieren. Ja, wie muss es sein? Ganz offen, diese Gedanken drängte ich immer sehr schnell beiseite.

Kein Plan B

Ohne Monika würde es nicht gehen. Meine Schwiegermutter konnte die Pflege ihres Mannes nicht alleine stemmen – tatsächlich stemmen, denn wie setzt man einen 1,80 m großen Mann, der nicht mithelfen kann, vom Bett in den Rollstuhl und wieder zurück? So ein bisschen kümmerte sich Monika natürlich auch um meine Schwiegermutter, selbst wenn das Verhältnis, gerade zu Beginn, bedingt durch sprachliche Missverständlichkeiten, herausfordernd war.

Trotz alledem hatte Monika ein gutes Gefühl. Sie verstand schnell und für sie war mein Schwiegervater nicht nur so ein Mann, mit dem sie ihr Geld verdiente, sie begann an ihm zu hängen.

Und das Übel nimmt seinen Lauf

In den vergangenen Wochen kündigte die zweite Pflegerin, mit der Monika jahrelang abwechselnd im Duo gearbeitet hatte, überraschend das Arbeitsverhältnis. Auch eine Mutter und ich konnte sie verstehen. Sie hatte sich weitergebildet und einen Job zu Hause in der Pflege gefunden. Ja, es war gemein meinem Schwiegervater, meiner Schwiegermutter gegenüber, aber mehr als verständlich.

Dann ging die Suche nach Ersatz los. Ich denke, es waren in den vergangenen Wochen mehr als 8 neue 24-Stunden Hilfen da, auf die sich mein Schwiegervater jeweils nur für kurze Zeit einstellen musste. Er war unrund, tat seine Gefühle auf seine ihm mögliche Art und Weise kund und baute immer mehr ab. Er kam sogar ins Krankenhaus.

Es war so traurig das mitanzusehen. Monika blieb, selbst als sie von ihrer Vermittlungsagentur gekündigt wurde. Vermittlungsagenturen, die einen großen Teil des Honorars der „Gastarbeiterinnen“ einstreichen, die große Versprechungen machen und wenn man sein Recht einfordert, den Betreuungsvertrag ihrerseits von heute auf morgen kündigen. Dann steht man da! Bekommt verzweifelte Anrufe der Schwiegermutter und ist selbst verzweifelt.

Ist das fair, nein! Ist das Leben fair, nein!  Will man über so etwas lesen – Nein! Ich weiß. Wären wir davon nicht betroffen, würde ich mich wahrscheinlich auch nicht damit auseinandersetzen. Aber das Thema Pflege braucht eine Lobby! Denn auch du wirst einmal alt!

Schon gar nicht wollen wir auf glänzend, fröhlichen Blogs und Instagram Profilen zu viel Realität. Ist doch so, oder?

Immer dieses Jammern

Und während ich das hier schreibe, schäme ich mich. Ich schäme mich für mein Jammern, für meine Eitelkeit mit den alltäglichen Herausforderungen des Elternseins & gleichzeitig einen Job auszuüben, zu hadern. Mir geht’s doch wirklich gut. Uns geht’s doch wirklich gut. Alles ist doch gut!

Diese Mütter im Schatten allerdings, die zu Hunderten in unser Land, in unser Haus kommen, um Pflege zu leisten, die wir nicht leisten wollen, nicht leisten können – die sind nicht so sexy und die passen auch nicht so gut zu Erdbeer-Brownie-Mascarpone Kuchen zum Muttertag.

>>Aber hättet ihr das hier gelesen, wenn saftig, süße Erdbeeren nicht im heißen Schokoladeteig versinken würden???<<

Muttertags-Erdbeer-Kuchen_Erdbeer Brownie


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Muttertag

Ich feiere am Sonntag den Muttertag mit Monika bei der Kommunion unserer Midi. Monika ist mit dabei und mein Schwiegervater seit dieser Woche schlussendlich und nach langer Suche anderer Lösungen und einer zweiten Monika, die sich mit ihr abwechseln kann, im Heim.

Monika wird einen anderen Mann, eine andere Frau pflegen. Sie wird sich weiterhin alle 2 Wochen von ihren Kindern verabschieden müssen.

Ist das traurig. Ja, das ist es. Sehr traurig. Das Leben eben! Bitter sweet!

Muttertags-Erdbeer-Kuchen

Rezept Erdbeer-Brownie-Mascarpone Kuchen

Zutaten:

  • 300 g Zartbitter Kuvertüre (Alnatura)
  • 100 g 85% Schokolade (Lindt)
  • 100 g Butter
  • 100 g Kokosblütenzucker (wer es süßer mag, nimmt 160 g Zucker)
  • 1,5 kg Reife Erdbeeren
  • 4 Eier (Zimmertemperatur)
  • 130 g Dinkelmehl
  • ½ TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • 12 EL + etwas mehr Honig (hell aus der Tube)
  • 250 g Mascarpone
  • 250 g Griechisches Joghurt (in einem dünnmaschigen Sieb die Flüssigkeit abtropfen lassen)
  • 250 g Schlagobers
  • Erdbeerblüten & Gänseblümchen zur Deko

Zubereitung:

  • 300 g Zartbitter Kuvertüre mit 100 g Butter in einer ofenfesten Schüssel im Ofen schmelzen und danach abgedeckt in den Kühlschrank stellen –  die Masse muss zur Weiterverarbeitung maximal Zimmertemperatur haben. Ofen kann angestellt bleiben.
  • Die Erdbeeren waschen und die Hälfte vierteln bzw. in Scheiben schneiden (gerne an manchen das Grün dran lassen).
  • Mit dem Handmixer den Schlagobers steif schlagen, den Mascarpone und das Joghurt, sowie 6 EL des Honigs unterrühren. Mag man es süßer, kann man die Menge an Honig auch nach Geschmack erhöhen. Abgedeckt in den Kühlschrank stellen.
  • Eier aufschlagen und mit einer Prise Salz mit Hilfe des Handmixers verquirlen und unter die abgekühlte Schokomasse rühren.
  • Mehl und Natron vermengen und mit der gehackten Schokolade unter die Eier-Schoko-Masse heben.
  • Eine Auflaufform (30×24 oder eine quadratische Auflaufform, Teig sollte in der Form etwa zwei Finger hoch stehen) mit Backpapier auslegen, den Teig einfüllen und 26 Erdbeeren (der noch nicht aufgeschnittenen Menge) ohne Grün in den Teig, regelmäßig verteilt, platzieren.
  • Auf mittlerer Schiene im Ofen 30 Minuten bei 170 Grad Umluft oder 190 Grad backen und danach auskühlen lassen.
  • Die Mascarpone Masse großzügig auf dem Brownie verteilen und die geschnittenen Erdbeeren darauf schichten. Etwas Honig darüber träufeln oder gerne darin marinieren.
  • Die übrigen Erdbeeren mit 6 EL Honig pürieren und in eine Sauciere abfüllen und zum mit Erdbeerblüten und Gänseblümchen dekorierten Kuchen reichen.

Noch ein Tipp: Brownie Boden am Vortag backen und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag die anderen beiden Schichten zubereiten und den Kuchen fertigstellen. So kann der Boden über Nacht noch ziehen und bekommt die perfekte Brownie Konsistenz!

Ein Stück davon bringe ich jetzt Monika, ein Stück meiner Schwiegermutter und ein großes Stück meinem Schwiegervater!!!


Dieser Beitrag enthält unbezahlte & nicht beauftragte Werbung!


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Muttertag


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8 Kommentare

  1. Martina Szorentini sagt

    Liebe Olivia, ich finde es toll dass du auch so persönliche und vielleicht unschöne Beiträge schreibst. Es gehört zum Leben, es ist Alltag für die Betroffenen und du hast noch viel mehr recht damit, dass man selber glücklich sein sollte wie es eben gerade ist … es könnte auch ganz anders sein. Danke (nicht nur für das Rezept sondern für die ehrlichen Worte) & LG Martina

    • Liebe Martina, wenn ich nur ein paar Menschen mit dem Thema erreichen konnte, dann hat sich jeder Buchstaben definitiv bezahlt gemacht. Herzlichen Dank für dein Feedback dazu. Liebste Grüße, Olivia

  2. Zuzana sagt

    Du hast definitiv Recht. Ich halte alles was du geschrieben nicht für Jammern sondern einen Alltag. Es ist vielleicht nicht Fancy aber warum will jeder alles Fancy haben? Drücke deinem Schwiegervater die Damen.

    • Liebe Zuzana, leider wollen es ganz viele „fancy“ haben und lesen solche Beiträge nicht! Auch, wenn diesen Beitrag, nicht ganz so viele Mamas lesen wie sonst, gibt es den Beitrag hier. Und solche Beiträge wird es auch in Zukunft geben, weil das alles zum Familienleben dazu gehört. Herzlichen Dank dir und liebste Grüße, Olivia

  3. Ulli sagt

    Sehr berührender Eintrag! Sehr wichtiges Thema! Respekt, dass du so offen und ehrlich darüber geschrieben hast!
    Alles Gute!

    • Herzlichen Dank, liebe Ulli. Ich wollte die „Mamas im Schatten“ mal ein klein wenig in die Öffentlichkeit bringen. Liebste Grüße, Olivia

  4. Tamara sagt

    Liebe Olivia,
    vielen Dank, dass du uns nicht nur an fröhlichen aufregenden Erlebnissen aus eurem Familienleben geschmückt mit den tollsten Rezepten und Bildern teilhaben lässt… auch weniger schöne Dinge gehören zum Leben dazu und wir sollten immer im Hinterkopf behalten, dass es uns zumindest zumeist gaaanz gut geht und wir die schönen Dinge nicht als selbstverständlich hinnehmen sollten. Mehr Dankbarkeit, mehr Achtsamkeit. Euch alles Gute!
    Ich hatte das idente Schicksal mit meinen Schwiegergroßeltern.

    • Danke, liebe Tamara! Ja, wie du schreibst, das gehört einfach alles zum Familienleben dazu und genau aus diesem Grund und, weil Mamas oft mit großen Herausforderungen konfrontiert sind, gibt’s diesen Beitrag hier. Ganz liebe Grüße, Olivia

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